AMLR, EBA/GL & Sanktionsumgehung: Neue Spielregeln für die Risikoanalyse

Beim Verband internationaler Banken (VIB) hat TURN Advisory über eines der zentralen aktuellen und zukünftigen Themen der Aufsicht gesprochen: die Weiterentwicklung der Risikoanalyse im Zusammenspiel von Geldwäsche (ML), Terrorismusfinanzierung (TF) und gezielten finanziellen Sanktionen.

Dabei wurden drei Kernbotschaften näher beleuchtet:

1) Trennung der Risikoanalyse (RA) für ML und TF

Die BaFin erwartet eine getrennte Betrachtung der Risiken der ML und der TF.

Nicht zu vergessen ist außerdem die RA für strafbare Handlungen.

2) Umsetzung der Sanktions-RA nach EBA-GL/2024 bis zum 30.12.2025

Die EBA-GL zu restriktiven Maßnahmen und die Deutsche Bundesbank verlangen eine vollständige RA für die Nichtumsetzung und Umgehung von EU-Sanktionen.

Verpflichtete müssen künftig u. a. bewerten:

  • Kunden- und Länderexposition
  • Umgehungsindikatoren (Re-Routing, Verschleierung, Drittstaatenrisiken)
  • Governance, Monitoring und Qualität der Dokumentation.

Damit entsteht ein völlig neuer Compliance-Baustein, der eng mit ML/TF verzahnt ist.

3) AMLR und RTS: erheblich steigende Anforderungen an Methodik und Daten

Mit der AMLR wird die Verantwortung des GWB ab 2027 deutlich erweitert, insbesondere im Hinblick auf gezielte finanzielle Sanktionen.
Parallel dazu legen die RTS fest, nach welchen Kriterien Aufseher künftig die AML/CFT/Sanctions-Compliance eines Instituts bewerten.

Dazu gehören:

  • ein harmonisiertes Risikomodell (Inherent Risk – Controls – Residual Risk)
  • EU-weit einheitliche Bewertungslogik
  • über 150 Datenpunkte, die jährlich übermittelt werden müssen.

Die RA wird damit datengetrieben, vergleichbar und prüfungssicher.

Lösungsansätze und Empfehlungen

✔️ Getrennte RA, aber ein integriertes Dokument
Auch wenn ML, TF, strafbare Handlungen und Sanktionen getrennt analysiert werden müssen, können sie in eine konsistente RA-Architektur integriert werden. Das reduziert Komplexität und ermöglicht eine einheitliche Methodik.

✔️ RTS-Datenpunkte als Grundlage des gesamten Frameworks
Da die RTS-Datenpunkte künftig jährlich an die Aufsicht zu melden sind, empfehlen wir, das gesamte AML/CFT/Sanctions-Framework frühzeitig daran auszurichten, um das eigene zukünftige Scoring bereits heute simulieren zu können.

✔️ Effiziente Datenverarbeitung mit Agentic AI
Für große Datenmengen (strukturierte und unstrukturierte Daten) setzen wir auf ein leistungsfähiges Agentic AI-basiertes Intelligence Tool.

  1. Alle IST-Daten werden automatisch aggregiert.
  2. Die definierte Soll-Architektur der Risikoanalyse wird in Intelligence Packages abgebildet.
  3. Die Engine erzeugt eine vollständig erklärbare GAP-Analyse, ohne Halluzinationsrisiken.

So sind jährliche Updates und komplexe regulatorische Transformationen effizient und kostenschonend umsetzbar.

TURN Advisory unterstützen Sie gerne als Sparringspartner bei Analyse, Methodik, Transformation und technischer Umsetzung.