„Was sollten Compliance- und Geldwäschebeauftragte vor Übernahme ihrer Funktion sowie bei Kündigungen durch ihren Arbeitgeber beachten?“

Am 3. Dezember 2025 fand für die CCP Alumni unser virtuelles Seminar zu einem Thema statt, das viele Beauftragte, insbesondere Compliance- und Geldwäschebeauftragte, in der Praxis besonders beschäftigt: Wie lassen sich Haftungs-, Reputations- und finanzielle Risiken vor Funktionsantritt und im Trennungsfall wirksam reduzieren? Neben massiven Bußgeldern gegen Institute und Unternehmen werden zunehmend von den Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden auch die Beauftragten persönlich mit Bußgeldern belegt bzw. es wird gegen sie ermittelt.

Im ersten Teil des Seminars erläuterte Rechtsanwalt Dr. Ulrich L. Goeres die Gesichtspunkte, auf die ein Beauftragter vor seinem Funktionsantritt achten sollte. Hierzu zählen insbesondere die folgenden:
➡️ Abschluss einer eigenen Rechtsschutzversicherung
➡️ Arbeitsvertrag & sog. Side Letter als zentrale Stellschrauben, um spezifische Gesichtspunkte wie
👉 die Stellenbeschreibung (Verantwortlichkeiten, Befugnisse, Recht auf die Teilnahme an Fortbildungen etc.),
👉 die Einbeziehung in die betriebliche D&O Versicherung,
👉 die Sicherstellung der Unverfallbarkeit einer betrieblichen Altersversorgung,
👉 Regelungen zur Kostenübernahme durch den Arbeitgeber und zur Wahl der anwaltlichen Vertretung durch den Beauftragten
verbindlich festzulegen
➡️ Umgang mit Whistleblowing-Sachverhalten, insb. bei Meldungen gegen die Geschäftsleitung, den Vorstand und den Aufsichtsrat

Anhand von Szenarien wurde insbesondere auch auf die Haftungsrisiken 🧨🔥und finanziellen Folgen für Beauftragte bei unzureichenden oder nicht getroffenen Regelungen eingegangen.

Im zweiten Teil des Seminars wurden die Gesichtspunkte erläutert, auf die ein Beauftragter bei einer Trennung/Kündigung durch seinen Arbeitgeber achten sollte, um den “Exit” möglichst professionell zu gestalten. Zu diesen zählen insbesondere:
➡️ Dokumente, die man als Beauftragter aktuell halten sollte
➡️ Schlüsselthemen einer Trennungsvereinbarung
👉 Höhe der Abfindung unter Berücksichtigung der
 (1) zeitlichen Tätigkeit für den Arbeitgeber
 (2) spezifischen Kündigungsschutzregelungen und
 (3) variablen Vergütung
👉 Sprinterklausel
👉 Good-Leaver Klausel
👉 Qualifiziertes Zeugnis
👉 Kommunikation der Trennung nach Außen und Innen
👉 Haftungsfreistellung
👉 Regelung zum Umgang mit Benefits/Versicherungen
👉 Zu beachtende steuerliche Aspekte wie sich legal die Steuerlast auf die Abfindung senken lässt

💡Außerdem wurden Empfehlungen gegeben, worauf bei Rechtsschutz- und D&O-Versicherungen zu achten ist (Deckungsumfang, typische Lücken etc.).

🔎 Die Inhalte gelten gleichermaßen für andere Beauftragte (z. B. Datenschutz-, Informationssicherheits- oder weitere Kontrollfunktionen) – jeweils unter Beachtung der gesetzlichen Besonderheiten der jeweiligen Rolle.