BaFin: Risiken im Fokus 2026 – (Erneuter) Schwerpunkt AML & Terrorismusfinanzierung

Die BaFin hat in ihrer gestern veröffentlichten Publikation „Risiken im Fokus 2026“ sechs zentrale Risiken für den Finanzsektor benannt. Erneut nimmt sie dabei – Zu Recht – die Prävention von Geldwäsche (AML) u. Terrorismusfinanzierung (TF) besonders in den Blick.

Ein zentraler Kritikpunkt der Aufsicht ist, dass TF-Risiken in vielen Instituten weiterhin nicht angemessen berücksichtigt werden. Nach Einschätzung der BaFin mangelt es an:
👉 einer eigenständigen, expliziten Risikoanalyse zur TF (separat von der allg. Geldwäscherisikoanalyse), sowie
👉 zielgerichteten, speziell auf TF ausgerichteten risikomindernden Maßnahmen, u.
👉 einem zielgerichteten Screening, insbesondere Negative News u. einem adäquaten Monitoring.

Die BaFin macht damit erneut sehr deutlich, dass eine bloße „Mitbetrachtung“ von TF-Risiken im Rahmen der AML-Risikoanalyse NICHT ausreicht!

Was bedeutet das für Sie, als Verpflichtete?

Mit der erneuten Aufnahme der TF-Risiken in die Risiken im Fokus macht die BaFin vielmehr sehr, sehr klar, was sie von den Verpflichteten erwartet:
➡️ Umgehungstransaktionen, exemplarisch dargestellt am Fall Iran, insb. im Kontext von Sanktionen und Embargoregelungen,
➡️ Risiken im Zusammenhang mit Krypto-Dienstleistungen, etwa durch Intransparenz, neue Geschäftsmodelle und grenzüberschreitende Strukturen,
➡️ Risiken bei Zahlungsdienstleistern (PSPs), u.a aufgrund hoher Transaktionsvolumina, komplexer Zahlungsströme und teils unzureichender Kontrollmechanismen.

Die BaFin hat – zu Recht – zu Iran Umgehungstranskationen bereits am 👉 29.9.2025 die Publikation “Iran-Geschäfte: BaFin warnt erneut vor hohen Risiken für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Zusammenhang mit Umgehungsgeschäften” veröffentlicht Vorangegangen war:
👉 Schreiben der BaFin “Sensibilisierung zur Prävention von Terrorismusfinanzierung – Unser Schreiben vom 5.5.2023 (Fragebogen) an Finanzinstitute am 15.1.2024”, sowie
👉 Informationsschreiben an d. FIU an die “Verpflichteten zur Identifizierung auffälliger Sachverhalte im Zusammenhang mit dem Angriff der Hamas und dem sog. Palästinensischen Islamischen Jihad auf Israel”.

Was auffällt:
👉 Die kommunizierten Risiken der BaFin sind nicht abgestimmt mit denjenigen der FIU und des BKA.
👉 Umweltrisiken, die im Jahresbericht der FIU für 2024 ausdrücklich als TOPP Priorität hervorgehoben (Für 2025 gibt es noch keinen Bericht) und auch für die AFCA als Topp-Priorität benannt worden sind, sind mit keinem Wort in den BaFin-Focus Risiken 2026 erwähnt.

Unabhängig davon, ob man Umweltkriminalität als Priorität ansieht – UNSERE Mandanten erwarten, dass der Staat sich hier klar positioniert. Und JA, UNSERE Mandanten wissen was zu tun ist 🙏 !

Unsere Empfehlungen für Verpflichtete:
👉 Eigenständige Risikoanalyse für TF & Aufnahme der Umweltkriminalität
👉 Abgrenzung der Inhalte d. Jahresberichts und d Risikoanalyse, um Doppelungen zu vermeiden.